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Gegenüber der Buchhandlung wohnt der Barbier Neumann. Er hat seinen Laden schon seit einem Menschenalter inne. Der große Raum ist durch eine Rabitzwand in zwei Hälften abgeteilt. Rechts gelangt man durch eine Glastür in den "Damensalon". Dieser ist ganz neuzeitlich ausgestattet. Hier finden sich kunstvolle Apparate für Dauerwellen, Becken für die Haarwäsche und Vorrichtungen für Hand- und Fußpflege. Frau Neuman selbst versieht mit zwei jungen Mädchen den Kundendienst. Gegen Abend, besonders an Sonnabenden [Samstagen], gibt es soviel Arbeit! Da kann die Chefin beim besten Willen nicht alle Wünsche erfüllen und muß manche Kundin auf einen anderen Tag bestellen.
Im "Herrensalon" geht es nicht ruhiger zu. Dieser ist auch zweckmäßig und schön eingerichtet. Die beiden elektrischen Haarschneidemaschinen, die von der Decke herabhängen, klappern von früh bis spät. Trotz seiner sechzig Jahre arbeitet Herr Neumann ebenso flink wie sein Lehrling. In fünf Minuten ist ein Kunde tadellos rasiert. Daher warten die Herren geduldig, bis die Reihe an ihnen ist. In der Zwischenzeit vertiefen sie sich in eine der Illustrierten (Magazine), die auf einem Tischchen ausliegen. Herr Schmidt ist einer der Stammkunden. Er läßt sich alle drei Wochen das Haar schneiden.
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beim = bei dem = at the
der Frisör, Frisöe [der Barbier, -es, -e] = the barber
gegenüber = opposite
Neumann = Newman
er hat inne = he keeps